Sie werden mir sicher zustimmen, wenn ich behaupte, dass jede/r fast täglich Vereinbarungen trifft und sei es nur eine Verabredung zu einem Theaterbesuch mit einer guten Freundin. Und geben wir nicht auch regelmäßig Versprechen ab, wie z.B. „Wenn ich das nächste mal in die Stadt fahre, bringe ich Dir gerne auch ein Päckchen von diesem wohlschmeckenden Tee mit“
Üblicherweise sind wir bestrebt, Verabredungen auch einzuhalten!

 

Erscheint es da nicht auch logisch, dass ein/e jede/r von uns mit einer anderen Seele eine oder mehrere Vereinbarungen trifft, bevor sich die beiden wieder im Leben auf der Erde begegnen? Oder ist vielleicht das genau der Grund, warum sie sich wieder begegnen?

Ich denke ja!

Nachdem wie ich es verstehe und auch erkenne geht es immer wieder darum sich zu erinnern, denn alles im Menschen bereits vorhanden ist. Das wovon wir abstammen liegt vollständig im Wesen und Sein vor, wir haben es bloß vergessen. Wir haben vergessen, dass es so ist und wir haben sicher auch einiges davon vergessen, was uns ursprünglich ausmacht. Einmal, weil wir den Schleier des Vergessens passieren, wenn wir auf die Erde kommen und zum anderen, weil das eine oder andere praktizieren schon sehr lange her ist.

Vereinbarungen zwischen zwei oder auch mehreren Seelen dienen einem höheren Zweck. Sie sollen uns helfen bestimmte Fähigkeiten wiederzuerlangen auf dem Weg des Erinnerns wer wir wirklich sind, auf dem Weg der Seelenentwicklung.
Hierbei dient uns der/die andere entweder eher unbewusst als Spiegel oder aber als Ratgeber, indem er/sie uns ehrlich und offen begegnet, also offensichtlich wohlwollend.
In jedem Fall jedoch geschieht das, was geschieht aus Liebe, selbst wenn es sich um ziemliche Hindernisse handelt. Aber auch hier gilt, nicht immer sind die Dinge so, wie sie scheinen.

Blicke also dahinter!

Optimal ist es natürlich, wenn beide Beteiligten sich bewusst an die miteinander getroffene Vereinbarung und das damit verbundene Ziel erinnern, aber auch das ist meist ein langer Weg bis diese Klarheit erreicht wird, wenn überhaupt.
Der Einfachheit halber möchte ich Ihnen ein Prozedere aufführen, das sich zwischen nur zwei Seelen abspielte.

Als Beispiel:

Der erste Besuch meiner Klientin Namens Linda liegt bereits 9 Jahre zurück.
Als sie mich aufsucht ist sie sehr verzweifelt und äußerst ängstlich. Sie berichtet mir, dass sie sich seit einigen Monaten in einer lebensveränderten Situation befindet. Ihr Mann habe sie verlassen und sie mit ihren drei Kindern allein gelassen. (Das ist ihr Gefühl dazu zu diesem Zeitpunkt)
Hinzu kommt, dass sich auch bisherige Freunde, Bekannte und Nachbarn eher zurückziehen und Ihre Familie sowieso zu weit weg wohnt, um sie unterstützen zu können. (dies beschreibt auch ihre bisherige Erfahrung)
Ja und zu guter Letzt sei auch der noch einzige Anker für sie verloren gegangen, den sie seit der Trennung durch die Dazugehörigkeit einer Gruppe von 8 Frauen hatte, die sich einmal die Woche bei einer spirituellen Lehrerin getroffen haben.
Obwohl sie gut verdient sei die finanzielle Situation jedoch sehr unsicher und wahrscheinlich muss das gemeinsame Haus verkauft werden. Die Familie ist zwar erst vor zwei Jahren hierher gezogen, aber ihr Mann sei nun plötzlich arbeitslos geworden und alleine kann sie die Kosten des Hauses nicht tragen. Zudem lebe ihr Mann nun im Ausland.

Nun kann wohl ein jeder verstehen warum Linda so verzweifelt und ängstlich ist. Das was hier in nur neun Sätzen berichtet wird, bedeutete für sie den völligen Zusammenbruch ihrer Lebensstrukturen und sämtlicher emotionaler Anker. Zudem war sie die Einzige, die ihre Kinder auffangen konnte, denn auch ihnen drohte der Boden unter den Füßen zu entgleiten.

Es ist denke ich offensichtlich, dass es hier einiges zu ordnen gilt im Leben von Linda und anhand einer ihrer Beziehungen aus dieser Lebensphase möchte ich auf den Zusammenhang der Seelenvereinbarung zwischen ihr und der spirituellen Lehrerin Annika eingehen.

Wie es vor 10 Jahren begann:

Zwei Frauen mittleren Alters begegnen sich das erste Mal in diesem Leben, als sie während eines spirituellen Vortrags zufällig nebeneinander sitzen. Der Dozent ergänzt zum tieferen Verständnis des Gesagten für die Zuhörer zwei praktische Übungen, eine davon ist eine Partnerübung. Da die beiden Damen ohne Begleitung gekommen sind ergibt es sich wie von selbst, dass sie sich gegenseitig für diese Übung einander zuwenden.
Am Ende der Veranstaltung beschließen Annika und Linda (Namen geändert) in Kontakt zu bleiben.

Beim nächsten Treffen unterhalten sich die beiden intensiv über die Bedeutung der spirituellen Entwicklung für den Menschen und wie sich diese auf das Leben auswirken kann.
Annika folgt bereits ihrer Berufung und bietet, neben ihrem Hauptberuf als Friseurin, in Einzelsitzung und Aufstellungen ihre Hilfestellung diesbezüglich an.

Linda ist sehr angetan von dem, was Annika ihr über ihre spirituelle Arbeit berichtet und vereinbart einen Termin bei ihr in der Hoffnung ihre momentane Lebenssituation verbessern zu können, wenn sie sich auf diese Art und Weise Klarheit über ihre persönlichen Themen verschafft.

Mit der Zeit werden sich die beiden Damen immer vertrauter und nach geraumer Zeit ist es für Linda schon selbstverständlich bei den Aufstellungen von Annika als Statistin zur Verfügung zu stehen. Sie ist begeistert dadurch ihr spirituelles Verständnis zu vertiefen.

So geht es auch noch anderen Klientinnen von Annika und nach ein paar Wochen hat sich eine Gruppe von 8 Frauen zusammengefunden, die sich gemeinsam einmal wöchentlich trifft, um von Annika belehrt zu werden. Mit Gleichgesinnten ein gemeinsames Ziel zu verfolgen erleben zunächst alle als sehr nährend.

Doch was ist geschehen, was hat sich verändert?

Die gemeinsamen Zusammenkünfte der Gruppe wurden im Laufe der Zeit zunehmend von Unsicherheit und Ängsten begleitet. Wodurch auch immer sie entstanden, konnte Linda für sich selbst erst sehr viel später herausfinden. Was es für jede Einzelne der Gruppe bedeutete ist individuell verschieden.
Für Linda jedenfalls handelte es sich um eine Seelenvereinbarung zwischen ihr und Annika, die sie gemeinsam getroffen hatten, bevor sie sich in diesem Leben wieder trafen.
Linda hatte sich in der Anfangszeit völlig auf die Aussagen von Annika verlassen, ihre Ratschläge fast ungefiltert angenommen, schließlich konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht eigenständig
zwischen gut und böse; richtig und falsch; wahr und unwahr unterscheiden. ( aus Sicht der Dualität betrachtet) Denn um dies zu lernen, hatte sie sich auf das Studium in der Gruppe eingelassen.
Das genau war ihre Absicht; nämlich unterscheiden zu lernen, was Gott gewollt ist und wie sie dies zum Wohle aller Beteiligten in ihr Leben bringen kann.

Bis sich die Gruppe eines Abends für alle unvorbereitet, durch die Aufforderung von Annika, plötzlich auflöste.
Alle strömten auseinander, keine hatte sich getraut zu widersprechen geschweige denn, mit auch nur einer der Frauen in Kontakt zu bleiben. Jede war nun ganz auf sich allein gestellt und wieder verlor Linda den Boden unter ihren Füßen.

Fazit:

Heute, insgesamt etwa 10 Jahre nach dem Ereignis da sich die Gruppe auflöste, kristallisierte sich heraus, dass die Seelenvereinbarung lautete:

Annika: meine Aufgabe ist es, Dich Linda so sehr in die Irre zu führen, in einer Lebensphase, in der Du ganz auf Dich allein gestellt sein wirst, sodass Du Dich aus eigener Kraft wieder herausschälen musst, um Dich schließlich mit Deiner Urnatur wieder zu verbinden.
Du wirst dadurch lernen ganz in Deine Kraft zu kommen und das ursprüngliche Missverständnis von Gott getrennt zu sein auflösen können. Wenn Du aus tiefstem Herzen und reiner Absicht heraus, zum Wohle des Einzelnen und auch des Großen und Ganzen denkst, fühlst und handelst, wirst Du SEIN können und in Frieden leben.

Linda: meine Aufgabe ist es, Dir Annika zutiefst zu vergeben, für das scheinbare Leid, dass Du mir angetan hast und Dir einen Ausgleich anzubieten, für dies überaus große Geschenk, das Du mir durch diese Gelegenheit gibst. Da Deine Handlungen grundsätzlich wohlwollend ausgerichtet sind, werde ich Dir eines Tages unsere Seelenvereinbarung erklären und Dir dadurch ermöglichen, das genau gleiche Geschenk zu bekommen. Als Dankeschön und aus Liebe zu Dir!

Anmerkung:

Hieraus lässt sich auch erkennen, dass die schwierigsten Situationen im Leben und der Umgang mit Menschen, die sich als Gegner darstellen, auch größt mögliche Geschenke bieten. Sie dienen uns aus Liebe als Lehrer! Es sei nur jedem Lehrer zu wünschen, dies selber auch erkennen zu dürfen. Darum ist das Erkennen einer jeden noch so scheinbar geringen Seelenvereinbarung für jeden direkten Beteiligten ein wahrer Segen und trägt wahrlich zum Weltfrieden bei, wie ich finde!!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und herzlichte Grüße

Lydia Schöpf

 

 

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